Heinz Rudolf Kunze -Bockwurst
und Schadenfreude-Eine Lesung mit Musik
Bad Elster König
Albert Theater 26.03.2005

Wie
heißt es so schön im Werbetext. Heinz Rudolf Kunze
liest und singt ein wenig. Und er hat gelesen, lustiges,
anzügliches, kritisches, unterhaltsames, eigenes und sicher
nie langweiliges.

Es hat Spaß gemacht seinen literarischen Werken zu lauschen,
mal wieder zu merken wie viele deutsche Worte es doch gibt, wie
beschränkt man in seiner Wortwahl jedoch ist. Und
die Texte haben es in sich, keine Frage. Und Kunze nimmt kein Blatt vor
dem Mund. Da heißt dann Liebe machen auch schon mal ficken,
da wird selbst des Kanzlers Kompetenz in Zweifel gestellt
(Expertenkommission) und das völlig zu Recht :-), da wird
kommentiert. kritisiert und karikiert.
Es macht Spaß im zuzuhören, wenn er mit
spitzbübischem Grinsen seine eigenen Texte vorliest. Und das
immer ohne die typische Kunze-Brille.
Hier
eine kleine Textprobe einfach mal auf die unterlegten Texte klicken
(z.B. Liebeserklärung)
Ach
ja, Singen tut er auch noch und wie, wie Kunze halt.

Und auch wenn Heinz Rudolf Kunze in einem seiner Texte, zu Recht zum
Ergebnis kommt, alt werden ist scheisse (wem sagt er das) , so hat
seine Stimme in den Jahren nichts an seinen Reiz verloren.
Eingestimmt wird man auf den Abend durch ein Gitarrenstück von
Wolfgang Stute,

nachdem Heinz Rudolf Kunze den ersten Textblock gelesen hat, folgen 5
Songs, die die 2 unplugged vortragen. Songs die man so nicht
oder überhaupt nicht auf den Konzerten zu hören
bekommt, nicht die großen Hits, die wird es mit Bandsound auf
der anstehenden Tournee geben.

Das ganze wiederholt sich nach der Pause und dann folgen noch 2
musikalische Zugaben, die das Publikum begeistert forderte. Das war
neben dem Schriftsteller Kunze die 2 Überraschung des Abends
für mich. Denn (typisch Vorurteil) ein Teil des Publikums
erinnerte mich zuvor mehr an Theaterabobesucher die Heinz Rudolf Kunze
noch nie bewusst gehört haben, die Begeisterung des Publikums
während eines Stückes (da kam der Rocker Kunze zum
Vorschein) und bei den Zugaben zeigte dann aber
überdeutlich, dass es viele Kunze Fans an diesem Abend im
Publikum gab. Das zeigte sich auch nach der Vorstellung, die neuen CDs
waren sofort ausverkauft und man hätte wohl die doppelte Menge
verkaufen können und auch die Bücher, die die beiden
persönlich signierten, fanden ebenfalls begeisterte Abnehmer.

Klasse auch Wolfgang Stute an der Gitarre und als Percussionist und so
macht der ganze Abend unheimlich Lust auf mehr - Heinz Rudolf Kunze
live mit Band, dann mit Jens Carstens am Schlagzeug (Trommler von
Rosenstolz) und mit Wolfgang Stute an den Percussions.
Gelegenheit dazu gibt es im April, wenn es der Geldbeutel erlaubt ,
dann mit dem Rock`n Roller Kunze in Leipzig, Haus Auensee.
Heinz
Rudolf Kunze zum Zweiten am 28.10.2005 diesmal mit Band,
Wernesgrün.

Was hat er schon für Hits geschrieben, Wunderkinder, Dein ist
mein ganzes Herz, Ich brauch Dich jetzt, Mit Leib und Seele, Dies ist
Klaus usw. Das macht aber sicher auch die Auswahl für einen
Konzertabend nicht so einfach.
Und schließlich sollen ja auch das eine oder andere
Lied seines neuen Albums "Das Original" vorgestellt werden, wie z.B.
Immer für Dich da oder K.
Heinz Rudolf Kunze der Songschreiber, der Sänger,
der Literat, der Zyniker, der Autor, der Kritiker, der den Leuten den
Spiegel-Vorhalter, der Übersetzer, der Rocker, der
Mudharmonikaspieler,der Künstler, der Wortverdreher, der
Unterhalter, der Germanist, die Liste könnte man noch beliebig
fortführen.
Und an diesem Abend ist er von allem etwas. Da gibt es zum
Glück auch Kunze den Autor, der seine witzigen , zynischen,
kritischen, unterhaltsamen oder nachdenklichen Texte genauso zum besten
gibt (wenn auch lange nicht so oft und ausführlich, wie beim
literarischen Programm bzw.Konzert), wie viele seiner Hits.
Vom ersten Song an geht der "Punk" ab. Und man merkt ihm den
Spaß an. Und eine routinierte Band hilft ihm dabei. Besonders
klasse die Rhythmusabteilung mit
Wolfgang Stute und Jens Carstens, seines Zeichens Drummer bei
Rosenstolz. Jens trommeln zu sehen ist immer Spaß pur.
Immer über das ganze Gesicht strahlend, merkt man ihm bei
jedem Trommelschlag den Spaß an, den Musiker an einem
Live-Konzert haben. Allerdings bekommt man dann auch absolute
Rosenstolz-Entzugserscheinungen, wenn man ihn da so sitzen sieht.
Eins wird an diesem Abend überdeutlich, Heinz Rudolf Kunze ist
ein echter Rock n`Roller. Mal fetzig und mitreissend, dann wieder ruhig
und nachdenklich. Und er macht dem Publikum den Elch.
Und sowohl am Klavier, wie auch mit der Mundharmonika versteht er es
das Publikum zu fesseln. Und es dankt es ihm an diesem Abend mit
langanhaltendem Applaus.
4 Zugaben erklatschte es sich, danach war Schluß für
diesen Abend. Leider, denn "Bestandsaufnahme" hätte ich noch
zu gerne gehört, erstens weil ich es für eines der
genialsten Kunze Songs halte und zweitens, weil das Konzert
dann gleich noch 15 Minuten länger gegangen wäre.
Nochmal 15 Minuten Spaß pur wären das
gewesen.
Ach übrigens, es ist wirklich nur ein böses
Gerücht, daß Heinz Rudolf Kunze Vorbild für
das Ostdeutsche Ampelmännchen ist.


01.11.2009
Heinz Rudolf Kunze , Plauen Vogtlandtheater

Wahrlich in
"Räuberzivil" stand Heinz Rudolf Kunze am Sonntag im
Vogtlandtheater Plauen auf der Bühne. Die perfekte Location
für solch ein

Unplugged-Konzert.
Eine klasse Akustik und ein würdiger Rahmen sind garantiert
und den haben Kunze, sowie sein langjähriger und
ständiger

Begleiter Wolfgang
Stute auch wahrlich verdient. Stute der neben der Gitarrenbegleitung
auch wieder die Rhythmusabteilung des Abends

darstellte,
sprühte wieder vor Spiellaune und seine Gitarrenduelle mit
Heinz Rudolf Kunze sorgten mitunter für spontanen Beifall. Neu
im Team ,

zumindest ich hab
ihn noch nicht live mit den beiden gesehen, ist der Geige

und Mandoline
spielende Hajo Hoffmann. Eine echte Bereicherung,

die Lieder von Heinz
Rudolf Kunze gewinnen dadurch noch mehr an Leidenschaft , Tiefe und
Sehnsucht. Manches rührt einen schon fast etwas zu

Tränen. Die
kann man aber auch schon fast vor Lachen vergießen. Denn die
Räuberzivil-Tour ist auch etwas Kunze-Lesung und das ist mehr
als gut so.

Immer wieder
trägt der Autor Kunze kurze Texte vor, die mal traurig und
nachdenklich aber sehr oft auch im höchsten Maße
vergnüglich und witzig

sind. Texte die
Kunze mit dem ihm eigenen ganz besonderen Wortwitz,
hintergründigen Humor und Sarkasmus würzt und es
fällt echt schwer, für

jemand der so gut
beobachten und seine Gedanken in Worte packen kann, eine wenigstens
einigermaßen gerechte Konzertrezession abzufassen. Das

kann eigentlich
nur kläglich scheitern. Denn Kunze ist ein Sprachgenie, einer
der
mit den Worten spielt. Zwar auf eine völlig andere Art , wie
ein
Willi Astor,

aber oft nicht
weniger vergnüglich.
Ich kann mich noch
erinnern , als ich ihn erstmals mit Wolfang bei einem Konzert mit
Lesung erlebt habe und zuvor etwas skeptisch war. Das hat sich

völlig
gewandelt. Die Kunze Songs sind eines, das Highlight des Programms sind
sicher seine kurzen Textergüsse. Egal ob er von einsamen

Singleschuhen auf
der Autobahn berichtet. Von der größten Gefahr der
Menschheit, noch schlimmer als die Schweinegrippe-Stichwort Nano , den

Amerikanismus in der
Deutschen Sprache anprangert oder sich über doppelte Vornamen
lustig macht und dadurch auch etwas sich selbst auf die

Schippe nimmt,
der Literat Kunze ist höchst unterhaltsam und kurzweilig und
seine
Fähigkeiten etwas vergnüglich
zu Gehör zu bringen
sind einmalig.
Das Programm
"Räuberzivil" ist ziemlich deckungsgleich mit dem
gleichnamigen Album, das Kunze 2009 herausbrachte und das, ohne

jegliche Promotion
auf Platz 86 der Charts einstieg. Bemerkenswert, denn viele wissen von
der Existenz gar nichts, gab es doch kurz zuvor erst die

neue CD. Auf
"Räuberzivil" gibt es 7 neue Songs wie z.B. "Alaska Avenue",
"Irrland" mit 2 rr, wie er bei der Ansage betont, das sehr
nachdenkliche "was haben wir angerichtet" und "Leg die Waffen nieder".
Nicht zu kurz kommen

aber auch die alten
Songs wie "Finden sie Mabel" oder "Ich hab`s versucht". Was fehlt sind
natürlich eine ganze Reihe von Hits wie z.B. "Dein ist mein

ganzes Herz", kein
Wunder, bei der Auswahl die Kunze inzwischen zur Verfügung
hatte, könnte er locker noch 10 Stunden auf der Bühne
stehen.

Und das tut er mit
größtem Vergnügen, der Spaß ist
ihm in jeder Phase des Konzertes anzumerken. Übrigens gab es
auch an dem Ton überhaupt nichts

zu
bemängeln egal ob ganz vorne oder ganz oben, wo die folgenden
Fotos entstanden sind. Er war schlichweg perfekt, dem Besucher der sich
zu Beginn des 2 Konzertteils bei Hajo Hoffmann beschwert hatte, ist
wohl das Hörgerät beim heftigen
Moschen abhanden gekommen.
Und ein absolutes
Highlight gab es dann bei den Zugaben mit meinem absoluten
Kunze-Lieblingssong "Bestandsaufnahme", episch lang , wie sich das so
gehört.

Egal ob am Klavier
oder mit Gitarre, Kunze und Begelitung waren den Besuch mehr als wert,
mit fast 30 Euro allerdings ein nicht gerade günstiges
Vergnügen, besonders wenn man mit der Tags zuvor besuchten
Folkdestille

Jena
vergleicht. Mit 14 Musikern und 14 Euro Eintritt gabs jeden Musiker
für einen Euro zu Gehör. Das 10 -fache pro Musiker
ist dann
doch etwas zuviel, um Kunze am 15 November in Zwickau, oder im Januar
2010 in Glauchau nochmals zu erleben, so gern wie ich es täte.
Für alle, die

Plauen verpasst
haben allerdings der Rat. Wer Kunze mag unbedingt hingehen, es wird
garantiert ein toller, lustiger und kurzweiliger Abend mit einem Heinz
Rudolf Kunze in Bestform, von den Mitmusikern ganz zu schweigen.

Zum
Abschluß noch ein Highlight aus der freien Presse zum Konzert:
Zitat: Auch ohne seine
charismatische Brille - wo war die eigentlich? - blieb der
52-Jährige keinesfalls blass.

Was soll man
dazu sagen, zugegeben er hatte sie nicht allzu oft auf, aber beim Lesen
nimmt er sie schon seit Jahren ab-siehe auch Konzertfotos von 2005.
Aber das schwarze auf den Fotos, Mitten im Gesicht, dieses Ding,
welches Kunzes Gesicht auf markante Weise verändert, dieses
schwarze etwas nennt man, wie ein Album von Heinz Rudolf Kunze,
nämlich Brille.

Bedenklich, wenn
jemand der nichts sieht dann ne Konzertkritik schreibt. Immerhin fiel
die dann wenigstens völlig zurecht positiv aus.

Live mit Band am 05.04.2011 in Nürnberg, Hirsch
.
Nach 2
Kunze Lesungen endlich mal wieder ein Kunze Konzert. Leider ohne
Fotoerlaubnis, deshalb gibt’s die Konzerpics nur in
Schnappschussqualität.

Es hat
schon was Heinz Rudolf Kunze auch mal mit seiner , wie eigentlich
immer, sehr guten Band zu hören.

Aber ich
möchte es zu Beginn meines kleinen Berichtes nicht
versäumen nochmals auf seine Lesungen hinzuweisen. Bleibt
einen zwar auch auf den Konzerten bei den Anmoderationen mancher Lieder
Kunzes ironisch, zynisch, witzige

Art
nicht verborgen, so sind die Lesungen mindestens genauso ein echtes
Erlebnis und beste Unterhaltung. Wer also Gelegenheit hat, sollte
unbedingt mal hingehen. Auch um Kunzes einmalige Fähigkeit mit
der deutschen Sprache zu

spielen selbst live zu erleben. Zwar merkt man das auch bei
seinen Liedertexten und Bandkonzerten, aber die Lesungen haben da noch
eine ganz andere Qualität. Kunze ist ein herausragender Autor
und daneben auch nach 30

Jahren
Bühne noch immer in der Lage klasse Songs zu schreiben. Das
bewies das Konzert in Nürnberg
(übrigens das einzige in Süddeutschland) einmal mehr.
2 ½ Std mit 3 Zugaben gibt es einen Überblick
über sein Schaffen, einen

ganz
alten 1982 geschriebenen und leider gerade heute, wegen
Fukushima, um so aktuelleren Song mit dem Titel "Lamm Gottes" bis zu
den großen Hits gab es viel zu hören an diesem
Abend. Natürlich auch viel Neues von seiner

letzten
CD "Die Gunst der Stunde". Auch seine ganz persönliche
Liebeserklärung an seine Gabi, seine ganz große
Liebe. "Ich liebe Dich" singt er und nicht nur er schmilz auf der
Bühne in der Hitze dahin. Nach 29 Ehejahren die nicht

wirklich glücklich verliefen (wenn man der Presse Glauben
schenken arf) ist seine Gabi sicher auch etwas mit
dafür verantwortlich, dass Heinz Rudolf Kunze extrem relaxed ,
locker und sehr ausgeglichen wirkt. Trotzdem ist er weiterhin

der
kritische Zyniker geblieben der Missstände anprangert und sie
in Liedern packt. Fukushima taucht mehrmals auf an diesem Abend, sogar
in einem neuen Lied, daß man innerhalb eines Tages, quasi als
Autorenteam Kunze und

Band
geschrieben hat, wie er in der Anmoderation erzählt. Und dabei
merkt man ihm auch an, dass er seine Mitmusiker, die ihm zum Teil schon
lange begleiten, sehr

schätzt. Es sind der Rosenstolz Trommler Jens Carstens, der
Gitarrist der Band Selig Leo Schmidthals , Zoran (Zorro)

Grujovski, ebenfalls von Rosenstolz, Jörg Sander von
der Lindenberg-Band und aus Stuttgart
Keyboarder Matthias

Ulmer.
Ihr findet keine Insel gibt es übrigens als Live Download zu
Gunsten der Japan-Opfer hier.
Einfach
klicken
"Singen sei
nicht leicht in diesen Tagen" angesichts einer "Tragödie mit
überschaubaren Ursachen und unzähligen

unbekannten Mitspielern" sprach er zum Publikum um sie trotzdem
aufzufordern "einmal abzuschalten" in diesen 2 ½ Stunden.

Die
schönsten und intensivsten Momente des Kunze-Auftritts brachte
übrigens der Unplugged-Teil, bei dem Kunzes

Stimme
besonders gut zur Geltung kam. Aber auch wenn die ganze Band spielt ist
er eigentlich sehr gut zu verstehen,

eher
eine Seltenheit bei Konzerten. Dies spricht aber nicht nur für
seinen deutlichen Gesang sondern auch für die gute Arbeit des
Tontechnikers an diesem Abend. Und der war erst nach 3 Zugaben wirklich
zu Ende

Was
besonders erfreulich war, dass sich Kunze auch seiner Hits besinnt. Es
war ein perfekt zusammengestelltes Kunze Programm , weil er sich nicht
scheute auch seine Hits wie "Dein ist mein ganzes Herz", finden Sie
Mabel und

Lola zu
spielen. Endgültig zum kochen brachte er das Publikum mit dem
Status Quo Cover "Whatever you want" natürlich mit Deutschem
Text. Da tobte der gutgefüllte Hirsch und das bei den als
zurückhaltend bekannten Franken.

Überhaupt wurde er und Band gnadenlos gefeiert an diesem Abend
und es war deutlich sichtbar, wie er sich darüber

freute
und welchem Spaß ihn der Auftritt in der Sauna Hirsch machte.
Ihr seid die Sauna und wir der Aufguss witzelte

er und
dabei lief der Schweiss nicht nur bei ihm in Strömen.

Einmal
mehr ein sehr gutes Kunze Konzert, aufgrund des hohen
Hitpotential-Charakters des Programms, sogar ein

ganz
besonders gelungenes und bei der momentanen Energie gibt’s
bestimmt demnächst wieder Gelegenheit ihn live

zu
sehen. Dann wahrscheinlich wieder im Rahmen einer Lesung mit Musik.

Und dann
kommen sicher auch wieder einige Susannes und lassen sich nicht
schrecken von einem Lied wie "Susanne

es ist
aus", daß eine Trenung einmal mit positiven Gefühlen
verbindet. Wie sagt er so schön "irgendeinen Namen

muss
die Frau ja haben".