Die Corvus Corax-Seite

„Wandel und Wechsel liebt, wer lebt.“
Richard Wagner (1813-1883),

Corvus Corax Live in Plauen 10.12.2010

Als ich zum ersten Mal gelesen habe, dass Corvus Corax in Plauen im Malzhaus auftreten wollen musste ich erst

einmal lachen. Ist doch der Trommelaufbau der Band normalerweise schon so groß wie die Malzhausbühne. Das kann

ja gar nicht gehen. Außerdem "Akustiktour", akustisch spielen sie doch eigentlich immer. Es war aber keine

Zeitungsente und so machte ich mich am 10.12. gespannt auf dem Weg ins Malzhaus.

Und war erstmals ziemlich erschüttert. Es gab fast keinen Bühnenaufbau, so eine spärliche Corvus-Bühne hatte ich

noch nie gesehen. Immerhin die Corvus Banner hatte man trotzdem anbringen können und die Videoprojektion und das

weihnachtlich geschmückte Malzhaus sorgten dafür, dass alles trotzdem sehr stimmungsvoll wirkte.

Auch das Konzert ging stimmungsvoll los, musizierend kamen die verbliebenen Corvus Mitglieder die Treppe runter und

wanderten wie ein mittelalterlicher Spielmannszug durch die Zuhörerschaft, die zahlreich erschienen war und so ganz

untypisch für ein Mittelalterkonzert war. Viele "normal" gekleidete Leute, es deutete wenig darauf hin, dass die Könige

der Spielleute auf der Bühne standen. Und das sind sie fraglos immer noch, auch wenn es inzwischen zahlreiche

Wechsel gegeben hatte. 9 Abgänge gab es in letzter Zeit, die auffälligsten sicher der Rückzug von Ardor und zuletzt

von Teufel. Und aus Corvus Corax und Tanzwut als 2 Projekte sind inzwischen 2 Bands geworden.

Ein neues Gesicht hatte man allerdings auch dabei, der tschechische Musiker hatte in Plauen seinen ich denke

sechsten Auftritt und machte dies wirklich gut. Auch optisch passt er als Jesus-Double gut in die Band. Trotzdem

vermiss ich den immer gut gelaunten, mit dem Publikum spielenden und Grimassen ziehenden Teufel schon etwas.

So liegt die Hauptlast der Performance umso mehr bei Castus, der wie immer sehr gekonnt durchs Programm führte

und mit seinen kurzweiligen Ansagen die Zuhörer unterhielt.

Hautnah-Tour trifft das ganze übrigens sehr gut. Corvus Corax waren schon immer eine Band die alles andere als

kontaktscheu waren und sich nie abschotteten. So "hautnah" hab ich sie allerdings noch nie erlebt, musizierte und

tanze man im 2 .Teil des Sets doch eine ganze Zeit lang mitten im Zuschauerraum.

Was für mich auch sehr überraschend festzustellen war, ist, dass Corvus Corax auch mit kleinem Aufbau und

abgespecktem Schlagzeug immer noch extrem beeindruckend sind. Vor allem die 2 Irren am Schlagwerk. Egal ob

große Trommeln und große Becken oder wie in Plauen kleine, die 2 hauen drauf rum als wollen sie die Wände zum

Einsturz bringen. Über 100 Dezibel hatte man schon in der Probe gemessen, von wegen akustisch und leise. Es gab

richtig was auf die Ohren. Hatz und Harmann der Drescher sind einfach der Wahnsinn. Das hat sich auch in Plauen

wieder überdeutlich gezeigt und ich hab das ja auch schon in jedem Corvus Bericht geschrieben. Ohne die 2

funktioniert die Band sicher nicht mehr, konnte man bisher alle Abgänge noch irgendwie kompensieren so ist

spätestens dann Schluss, wenn man einen dieser außergewöhnlichen Trommler verliert. Und ich hoffe inständig, dass

dies nicht passieren wird. Denn Corvus Corax sind einfach eine außergewöhnliche Band mit außergewöhnlichen

musikalischen Ideen. Sie bleiben musikalisch nie stehen und haben, wenn man sich einmal allein Cantus Buranus als

Gesamtwerk anschaut, musikalisch sensationelles veröffentlicht und auf die Bühne gebracht. Ich bin sicher da ist auch

für die Zukunft noch Einiges zu erwarten. Und da passt auch diese Hautnah Tour ins Bild. Sich einmal ganz anders

präsentieren dafür ist Corvus immer gut und das gelang in Plauen einmal mehr. Wenn auch gerade eben auch durch

veränderte Besetzung und das müsste wirklich nicht unbedingt sein. Hier noch die Setlist von Plauen, die beim

Publikum großartig ankam und Corvus Corax mehrere Zugaben abforderte.


nun noch ein paar Pics vom mitreißenden Plauen-Gig






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