Die Joan as Police Woman-Seite
                 Korruption ist die Autobahn neben dem Dienstweg
                                                            Helmar Nahr
                                                                                                                                




Kulturarena, Jena 16.07.2011



Es gibt solche und solche Tage im Leben. An manchen ist man bestens gelaunt und manche könnte

man ganz schnell in die Tonne treten. Zu letzterem gehörte für Joan Wasser , die Sängerin der Band

Joan as Police Woman, vermutlich der 16. Juli in Jena. Vom ersten Ton an war ihr irgendwie

anzumerken, dass sie nicht gerade bestens gelaunt war. Das lag sicher auch daran, daß sie einen

Großteil des Konzertes immer wieder mit der Technik kämpft, sich während eines Liedes einmal

sogar nach unten bückte um an einem Stecker herumzufummeln und einen ziemlich angenervten

Eindruck hinterlies. Sie bemühte sich zwar im Laufe des Konzertes um etwas Kommunikation und

lächtelte ins Publikum, aber so wirklich überspringen wollte der Funke zwischen den Zuhörern und

der Band nicht. Sicher auch weil nicht nur sie sondern auch der Trommler und der Gitarrist sehr

stoisch auf der Bühne ihre Instrumente bearbeiteten und relativ leidenschaftslos die Sängerin

stimmlich unterstützten.

Einzig bei der Zugabe stand sie dann ganz allein auf der Bühne um die Zuhörer mit einem extrem

ruhigen Song nach Hause zu schicken, der zwar sehr intensiv aber auch sehr als Gute-Nacht-Lied 

herüberkam.

.
Gerade einmal 300 Karten im Vorverkauf abgesetzt (für die Kulturarena in Jena extrem wenig),

ließen erst eine spärlich besuchte Kulturarena vermuten, am Ende war sie mit mehr als 1000

Konzertbesuchern trotzdem gut gefüllt. Das liegt sicher auch daran, dass die Location einfach etwas

ganz besonderes ist. Das kleine Amphitheater mit bester Sicht von allen Plätzen und die extrem

besucherfreundlichen Organisatoren machen die Kulturarena zu einem "Festival-Muß" für die ganze

Familie, was das Konzert von Joan aus Police Woman auch deutlich zeigte. Denn auch ganz viele

Kinder waren beim Konzert dabei und so war vor der Bühne mehr Action durch die kleinen Kids, als

auf ihr zu beobachten. Auch das Traumwetter passte perfekt, wenn da nur nicht dieser rießige

Graben zwischen Publikum und Bühne gewesen wäre. Die Stühle waren extrem weit von der Bühne

weg aufgestellt, und so wirkte das ganze wie ein gigantischer  Wassergraben (ohne Wasser) und

Joan Wasser schaffte es nie diesen zu überwinden. Sicher ein Grund für das zwiespätige Gefühl,

das das Konzert bei mir hinterließ. Der zweite ist die Art der "Lady in White", die sehr introvertiert

der Welt entrückt schien. Das war auf der einen Seite auch gut so, so bekam sie die wilden

Fangspiele der Kinder und das Geschnatter des Publikums im hinteren Bereich kaum mit,

stimmungsfördernd war es aber auch nicht gerade. Immerhin hatte sie den großen

Intershop-Schriftzug am Hochhaus gegenüber wahrgenommen und einige Worte darüber verloren,

einige von ganz wenigen an diesem Abend.

Irgendwo stand zu lesen sie selbst bezeichnet ihre Musik als „Punk Rock R&B“, von Punk und Rock

hab ich recht wenig wahrnehmen können an diesem Abend.

Dabei hat Joan Wasser viel zu bieten. Vor allem mit "The Magic" für mich das großartigste Lied

des bisherigen Musikjahres 2011. Dies gabs dann aber auch gleich zu Beginn als zweiten Song zu

hören und so war mein persönliches Highlight des Konzertes schon beim zweiten Song erreicht.

Schade, denn die Qualität dieses Liedes hat kein weiterer Song. Und das ist besonders schade,

denn Joan Wassers Stimme, irgendwo zwischen einer Adele und einer Amy Winehouse ist schon

etwas besonderes.

Genial finde ich auch den Bandnamen , der ist entstanden aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Angie

Dickinson, die Hauptdarstellerin der Fernsehserie "Police Woman".

Die am 26 Juli 1970 in Biddeford geborene Amerikanerin ist eigentlich klassisch ausgebildete

Violinistin und spielte früher im Boston University Symphony Orchestra. Heute wohnt sie in Brooklyn

und arbeitet neben ihren Soloaktivitäten auch mit vielen bekannten Musikern zusammen wie z.B.

 

Sheryl Crow und Lou Reed . Die ehemalige Freundin der auf tragischer Weise viel zu früh

verstorbenen Musikerlegende Jeff Buckley kämpfte an diesem Abend leider zu arg mit dem

Wunsch nach Perfektionismus. Denn eigentlich war der Sound ziemlich perfekt , ihre Stimme ist

sowieso über jede Zweifel erhaben und hat einen extrem hohen Wiedererkennungswert.

Und so glitzerten die High-Heels die sie trug mehr als Joan Wasser an diesem Abend.

Nochmal zurück zur Familienfreundlichkeit der Kultur-Arena. Ich habe bis heute noch auf keinem

Konzert soviele Eltern gesehen , die ihre kleinen Wirbelwinde mit Ohrschützern ausgestattet haben.

Egal ob die großen quietschgelben Micky Maus-Kopfhörer oder einfache Ohrstöpsel, ohne Schutz

sah man kein Kind und das verdient ein echtes Sonderlob. Und dass die Kopfhörer selbst bei

Erwachsenen ein echter Hingucker sind, zeigt dieses Bild. Man muss aber auch mal testen , ob die

Dinger auch funktionieren.

 


Und übrigens, auch wenn in einem Presseartikel von 4 Musikern zu lesen war, Joan as a Police Woman





 waren an diesem Abend wirklich nur zu dritt auf der Bühne gestanden.

ich hab jedenfalls nur diese drei gesehen und Nummer 4 ist auch auf keinem Bild festgehalten.