Die Agnes Obel Seite
          
                          „Das Geheimnis des Klavierspielens liegt darin, die innigen Gefühle der Zuhörer nur zu                                      begleiten.“                                                   Elmar Kupke


LiLive in Jena , Kulturarena am 06.08.2011




Ich hab mich ja schon bei Joan as Police Woman sehr positiv zu dem Programm der Kulturarena in

Jena geäußert. Dem möchte ich heute das Lob hinzufügen, dass man es jedes Jahr schafft ein

phantastisches Programm zusammenzustellen , nicht nur mit sehr bekannten und erfolgreichen

Musikern sondern auch mit Newcomern bzw noch nicht so bekannten Bands, die meist auch

abseits des Mainstream-Radios tolle Musik machen. Und das tolle an Jena ist noch , dies nicht vor

leeren Rängen. Die Leute honorieren dies und kommen auch bei unbekannteren Bands und viele

Konzerte sind sehr sehr gut besucht. So auch das Konzert der in Deutschland noch ziemlich

unbekannten Dänin Agnes Obel. Mit ihrem Album Philharmonics ist sie inzwischen auch bei

uns sehr erfolgreich. In Dänemark auf Platz 1 hat sich das Album bis auf Platz 44 der

Media-Control-Verkaufscharts hochgearbeitet. Erstaunlich für jemand der eigentlich keine reine

Popmusik macht. Philharmonics ist für mich eher eine reizvolle Gradwanderung zwischen E- und

U-Musik. Witzigerweise war es nicht nur bei Paul Potts sondern auch bei ihr die Telekom die mit

einen Werbespot unterlegt mit dem Song "Just So" die in Berlin lebende Musikerin bekannt machte.

Im Herbst 2010 erschien dann Philharmonics mit einem Cover, das sich irgendwie sehr einprägt,

wenn man es einmal gesehen hat. Das war dann auch die erste Überraschung, ich hatte das Bild im

Kopf und erwartete eine ziemlich steif wirkende Pianistin mit Hochsteckfrisur, ich hatte Agnes Obel

ja zuvor noch nie gesehen. Doch welch schöne Überraschung, genau das Gegenteil erschien dann

auf der Bühne.

Eine junge hübsche blonde Musikerin mit ziemlich transparenter Rückenansicht setzte sich da ans

Klavier und begann, unterstützt von der großartigen Cellistin Anne Müller, mit dem Musik machen.

So intim, so gefühlvoll, dass jedes Kameraklicken schon ärgerlich war (wieder einmal ein Gruß an Herrn Canon-warum kann man das Klick nicht beseitigen).Angeblich 1981 geboren (laut

Wikipedia.de) und somit 30 Jahre alt. Ich glaub aber sie ist im Oktober 1980 geboren und hört auf den schönen Namen Agnes Caroline Thaarup Obel.

Sie schreibt ihre Songs komplett selbst, einzig "I keep a close watch" von John Cale und 

"Katie Cruel"

(ein traditioneller Folk Song) waren nicht von ihr. Aber auch die präsentierte sie reduziert auf ihre

eigene Art nur mit Piano und Cello in Jena. Erst bei der letzten Zugabe wurde es elektronisch

verstärkt symphonisch laut und so reizvoll wie das ganze Konzert war, so sehr machte dieser Song

auch deutlich wie unglaublich faszinierend es sein muss, all die Lieder vom Samstag mit einem großen Orchester zu hören.

Zwar ist sie in Deutschland schon recht erfolgreich, in Frankreich meines Wissens aber noch viel

mehr und ihr Album hat dort auch noch wesentlich höhere Chartplatzierungen erreicht.

Da sie zur Zeit am zweiten Album arbeitet (darauf kann man sich schon jetzt freuen) hat sie natürlich noch nicht so viele Songs im Gepäck, so dass das Konzert relativ kurz war. Mit 10 Euro war dafür der Eintrittspreis aber auch extrem günstig. Und es hatte einen extrem hohen

Entspannungsfaktor. Vorausgesetzt man ist bereit mal eine Stunde zuzuhören ohne ständig schnattern zu müssen. Einige im Publikum hatten damit aber leider so ihr Problem. Eine großartige

Show mit Action bekommt man bei ihr nicht geboten, dafür aber eine sehr sympathische Künstlerin in einem sehr intimen Rahmen, die sich ruhig noch mehr trauen darf, in Deutsch zu reden. Das kann

sie eh schon recht gut und die kurzen Ansagen der beiden Frauen sorgten nicht nur einmal für grinsende Gesichter im Publikum.

Leider ist Eva Cassidy ja bereits gestorben, bevor sie Bekanntheit erlangt hat. Sie kann man leider

 live nicht mehr erleben, dafür aber Agnes Obel mit ihrer Stimme irgendwo zwischen dieser großartigen Sängerin und einer ebefalls unglaublich tollen Sängerin die wohl jeder kennt namens Norah Jones.

Und wenn das ganze dann auch noch so schön ins rechte Licht gerückt wird, wie in Jena und wenn man das Glück hatte in einen der gemütlichen VIP-Sesseln zuhören zu dürfen, am besten noch mit

was leckerem zu trinken, dann ist Tiefenentspannung kein Problem. Bei den harten Holzbänken fällt

das dann schon etwas schwerer. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit und das war wie gemacht an diesem Abend, der perfekte Rahmen für die simpel, manchmall an ein Kinderlied erinnernde

lauschige Sommernachtmusik, die wenn man sich darauf einlässt, trotzdem soviel Tiefe und Wärme erkennen lässt.

Einige Bilder wurden mit meiner kleinen Digicam gemacht, damit man wenigstens einen kleinen Eindruck von der Schönheit des Lichts bekommt. Meine gute durfte ich leider nur die ersten 3 Songs benutzen. Und da gabs leider noch kein so schönes Licht.

Die Aufgabe im  Zitat am Anfang der Agnes Obel Seite hat sie übrigens problemlos gemeistert.