
Es waren nicht die B-52`s die am Sonntag
im Helmbrechts
auf der Bühne des Textilmuseums standen, sondern Tim
Mc Millan and Friend. Das ist schon mal als Erstes festzustellen. Er
muss

sich also nicht für alle denen es nicht gefallen hat mit einem
anderen Bandnamen schmücken, wie er zum Abschluß
grinsend vorschlug, eben besagte B 52s. Tim McMillan war der erste von 2

großartigen Künstlern, die den Australischen
Konzertabend anlässlich der Helmbrechtser Kulturwelten
bestritten. Mit dem Textilmuseum hatte man auch gleich die passende
Location zu

bieten, wie geschaffen für das sehr ruhige Musikprogramm an
diesem Abend. Und das Publikum hatte ein feines Gespür
für die Andächtigkeit des Abends. Da wurde nicht
geschnattert , sondern

aufmerksam und gespannt zugehört und im passenden Moment
eifrig mitgeklatscht. Schon nach Vorverkaufstart erwies sich das
Textilmuseum als zu klein, so dass es am Montag gleich noch ein

Konzert gab. Man hätte zwar auch auf eine
größere Location ausweichen können, doch
damit hätte man den passenden Rahmen aufgeben müssen.
Man hat sich zum Wohle der Konzertbesucher zum

Glück für 2 Doppelkonzerte entschieden.
Tim
Mc Millan erwies sich dabei nicht nur als großartiger
Gitarrist, sondern auch als überragender Komödiant,
der mit seinem suboptimalen Deutsch einfach zum brüllen
komisch war. Die witzigen

und
höchst unterhaltsamen Ansagen und die Erzählungen aus
seinem Musikerleben u.a. als "Red Hot Chilli Pepper" in Ecuador oder
als Australischer Outback-Bewohner, nicht zu vergessen die

Mitgliedschaft in einer Death Metal Band, der er beim Headbangen einen
Leistenbruch verdankte, waren allein schon das Eintrittsgeld wert. Ich
hab selten so gelacht bei einem Konzert. Das

Musikprogramm von Tim McMillan war ebenfalls ziemlich speziell. Es ist
eine bunte Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem, wobei selbst das
Bekannte wie z.B. ein Depeche Mode Song oder

Totos Africa auf ganz eigene Art interpretiert wurden, und so geht auf
einmal Africa in Kansas Megahit Stairway to Heaven über.
Selbst vor Rammstein schreckt McMillan nicht zurück und

präsentiert seine Rammstein Version von "Engel". Japanisches
gibt’s auch, ein Stück dass er dann folgerichtig
vermutlich nach langer Überlegung "Japan" getauft hat. Musik
macht er letztlich zwar fast

nur mit seiner Gitarre, doch die wird nach allen Regeln der Kunst
bearbeitet. Draufrumklopfen, schlagen, streicheln und was ihm sonst
noch so einfällt um ihr Töne zu entlocken. Ein zwei
Töne mit

dem Piano, die Kistentrommel kurz bearbeitet, dem Mikrofon passend zum
Song ein Plopp entlockt, alles wird genützt um den Songs ein
schönes Klangbild zu geben und Axel am Schlagzeug

sowie ein weiterer Gitarrist unterstützen ihn dabei. Gesungen
wird auch, doch die eigentliche Stimme ist seine Gitarre und die
beherrscht er außergewöhnlich gut.

Ein
höchst vergnüglicher Auftakt und ein echtes
Live-Erlebnis mit Lachgarantie ist dieser super sympathische Peter Fox,
Peter Fox.(für Konzertinsider).Entschuldigung Tim McMillan mit
seinen 2

Gesichtern
(Spaßvogel und ernster introvertierter Musiker und begnadeter
Gitarrist) der zur Zeit seine Heimat in Dachau gefunden hat, auf alle
Fälle.

Ganz
so lustig ging es dann bei Janine Maunder nicht zu. Doch auch sie
erschien bestens gelaunt

mit
schwarzen Haaren und schwarzer Blume im Haar auf der Bühne.
Welche Haarfarbe die

Naked-Raven-Sängerin
diesmal hat war also schon einmal beantwortet.Da auch alles andere auf

der
Bühne schwarz gehalten war, stach das pinkfarbene Keyboard der
Marke besonders hervor,

wie
auch die grüne Gitarre am Bühenrand. Zum
Glück gab es auch den schönen schwarzen
Flügel,

an
dem Janine für 2 Songs Platz nahm und mit dem sie ganz
reduziert nur mit den zarten

Pianoklängen
und ihrer Stimme Gänsehaut verbreitete. Die zweite Frage, wie
klingen die Songs

von
Blink, ihrer zweiten Soloscheibe, wurde auch relativ schnell
beantwortet. Trotz neuer Band und

ganz
ohne Naked Raven-Unterstützung sind die Songs, zusammen mit
Gitarrist Phil Butson

entstanden
und trotzdem ist die Musik nicht so weit von dem Kammerpop von Naked
Raven

entfernt.
Akustikpop, Folkiges und traurige Balladen gibt’s genauso wie
die etwas schnellere

Popnummer
und wer Janines Leidenschaft zum perfekten Klang kennt wundert sich
sicher nicht

über
den tollen Sound an diesem Abend, der ihre kristallklare markante
Stimme natürlich so richtig

zur
Geltung bringt.

Trommler
gibt’s keinen, wär auch doof wenn man einen
verpflichtet und der trommelnde Ehemann

sitzt
daheim. Dafür hat man auf einem Flohmarkt "Archie" erstanden.
Ein altes Yamaha

Rhythmus-Gerät,
das geschickt in die Songs eingebaut wurde und Trommelfeeling
verbreitete.

Ich
bin wirklich ein
großer Fan der Musik von Naked Raven und Janine Maunder ist
ne
ganz tolle

Sängerin
und eine besonders nette dazu. Deshalb war ich
wirklich happy sie mal wieder live in

Deutschland
hören zu
können. Egal ob mit "Blink" oder mit Naked Raven, wobei mir
zugegeben die

Naked
Raven Songs noch deutlich besser gefallen, bzw. sie
gehen einfach schneller ins Ohr. Das

zeigen
auch die
Zuschauerreaktionen , die lange nicht so euphorisch waren , wie nach
einem

Naked
Raven Konzert. Deshalb hoffe ich sehr auch hier auf ein
Comeback in Deutschland in

nächster
Zeit . Wenn man sich die
CD aber mehrmals anhört , fängt man imm er mehr an,
die

Scheibe
zu lieben. Besonders das fluffig fröhliche "Bad Dream" und
das wunderschöne "Three

Voices
" stechen heraus. Dummerweise hatte ich einen
ziemlich schlechten Platz,

so dass ich einen echten Feind eines Fotografen
kennenlernte-den Microfonständer.

Hier
noch ein Auszug aus der Setlist zum Abschluss, der Anfang mit
Starlight, Bad Dream und Perfect Circle ist leider nicht lesbar.