Die Janine Maunder und Tim Mc Millan-Seite
          
                          „Australien mag ich sehr.Es ist wie Amerika-allerdings ohne die Komplexe. Australier                                                     können über alles sprechen.“                                  Peter Ustinov


Janine Maunder



Tim Mc Millan 

Helmbrechts Kulturwelten, 06.11.2011



Es waren nicht die B-52`s die am Sonntag im Helmbrechts auf der Bühne des Textilmuseums standen, sondern Tim Mc Millan and Friend. Das ist schon mal als Erstes festzustellen. Er muss

sich also nicht für alle denen es nicht gefallen hat mit einem anderen Bandnamen schmücken, wie er zum Abschluß grinsend vorschlug, eben besagte B 52s. Tim McMillan war der erste von 2

großartigen Künstlern, die den Australischen Konzertabend anlässlich der Helmbrechtser Kulturwelten bestritten. Mit dem Textilmuseum hatte man auch gleich die passende Location zu

bieten, wie geschaffen für das sehr ruhige Musikprogramm an diesem Abend. Und das Publikum hatte ein feines Gespür für die Andächtigkeit des Abends. Da wurde nicht geschnattert , sondern

aufmerksam und gespannt zugehört und im passenden Moment eifrig mitgeklatscht. Schon nach Vorverkaufstart erwies sich das Textilmuseum als zu klein, so dass es am Montag gleich noch ein

Konzert gab. Man hätte zwar auch auf eine größere Location ausweichen können, doch damit hätte man den passenden Rahmen aufgeben müssen. Man hat sich zum Wohle der Konzertbesucher zum

Glück für 2 Doppelkonzerte entschieden.

Tim Mc Millan erwies sich dabei nicht nur als großartiger Gitarrist, sondern auch als überragender Komödiant, der mit seinem suboptimalen Deutsch einfach zum brüllen komisch war. Die witzigen 

und höchst unterhaltsamen Ansagen und die Erzählungen aus seinem Musikerleben u.a. als "Red Hot Chilli Pepper" in Ecuador oder als Australischer Outback-Bewohner, nicht zu vergessen die

Mitgliedschaft in einer Death Metal Band, der er beim Headbangen einen Leistenbruch verdankte, waren allein schon das Eintrittsgeld wert. Ich hab selten so gelacht bei einem Konzert. Das

Musikprogramm von Tim McMillan war ebenfalls ziemlich speziell. Es ist eine bunte Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem, wobei selbst das Bekannte wie z.B. ein Depeche Mode Song oder

Totos Africa auf ganz eigene Art interpretiert wurden, und so geht auf einmal Africa in Kansas Megahit Stairway to Heaven über. Selbst vor Rammstein schreckt McMillan nicht zurück und

präsentiert seine Rammstein Version von "Engel". Japanisches gibt’s auch, ein Stück dass er dann folgerichtig vermutlich nach langer Überlegung "Japan" getauft hat. Musik macht er letztlich zwar fast

nur mit seiner Gitarre, doch die wird nach allen Regeln der Kunst bearbeitet. Draufrumklopfen, schlagen, streicheln und was ihm sonst noch so einfällt um ihr Töne zu entlocken. Ein zwei Töne mit

dem Piano, die Kistentrommel kurz bearbeitet, dem Mikrofon passend zum Song ein Plopp entlockt, alles wird genützt um den Songs ein schönes Klangbild zu geben und Axel  am Schlagzeug

sowie ein weiterer Gitarrist unterstützen ihn dabei. Gesungen wird auch, doch die eigentliche Stimme ist seine Gitarre und die beherrscht er außergewöhnlich gut.

Ein höchst vergnüglicher Auftakt und ein echtes Live-Erlebnis mit Lachgarantie ist dieser super sympathische Peter Fox, Peter Fox.(für Konzertinsider).Entschuldigung Tim McMillan mit seinen 2

Gesichtern (Spaßvogel und ernster introvertierter Musiker und begnadeter Gitarrist) der zur Zeit seine Heimat in Dachau gefunden hat, auf alle Fälle.

Ganz so lustig ging es dann bei Janine Maunder nicht zu. Doch auch sie erschien bestens gelaunt

mit schwarzen Haaren und schwarzer Blume im Haar auf der Bühne. Welche Haarfarbe die

Naked-Raven-Sängerin diesmal hat war also schon einmal beantwortet.Da auch alles andere auf

der Bühne schwarz gehalten war, stach das pinkfarbene Keyboard der Marke besonders hervor,

wie auch die grüne Gitarre am Bühenrand. Zum Glück gab es auch den schönen schwarzen Flügel,

an dem Janine für 2 Songs Platz nahm und mit dem sie ganz reduziert nur mit den zarten

Pianoklängen und ihrer Stimme Gänsehaut verbreitete. Die zweite Frage, wie klingen die Songs

von Blink, ihrer zweiten Soloscheibe, wurde auch relativ schnell beantwortet. Trotz neuer Band und

ganz ohne Naked Raven-Unterstützung sind die Songs, zusammen mit Gitarrist Phil Butson

entstanden und trotzdem ist die Musik nicht so weit von dem Kammerpop von Naked Raven

entfernt. Akustikpop, Folkiges und traurige Balladen gibt’s genauso wie die etwas schnellere

Popnummer und wer Janines Leidenschaft zum perfekten Klang kennt wundert sich sicher nicht

über den tollen Sound an diesem Abend, der ihre kristallklare markante Stimme natürlich so richtig

zur Geltung bringt.

Trommler gibt’s keinen, wär auch doof wenn man einen verpflichtet und der trommelnde Ehemann

sitzt daheim. Dafür hat man auf einem Flohmarkt "Archie" erstanden. Ein altes Yamaha

Rhythmus-Gerät, das geschickt in die Songs eingebaut wurde und Trommelfeeling verbreitete.

Ich bin wirklich ein großer Fan der Musik von Naked Raven und Janine Maunder ist ne ganz tolle

Sängerin und eine besonders nette dazu. Deshalb war ich wirklich happy sie mal wieder live in

Deutschland hören zu können. Egal ob mit "Blink" oder mit Naked Raven, wobei mir zugegeben die

Naked Raven Songs noch deutlich besser gefallen, bzw. sie gehen einfach schneller ins Ohr. Das

zeigen auch die Zuschauerreaktionen , die lange nicht so euphorisch waren , wie nach einem

Naked Raven Konzert. Deshalb hoffe ich sehr auch hier auf ein Comeback in Deutschland in

nächster Zeit .  Wenn man sich die CD aber mehrmals anhört , fängt man imm er mehr an, die

Scheibe zu lieben. Besonders das fluffig fröhliche "Bad Dream" und das wunderschöne "Three

Voices " stechen heraus.  Dummerweise hatte ich einen ziemlich schlechten Platz,

so dass ich einen echten Feind eines Fotografen kennenlernte-den Microfonständer.

Hier noch ein Auszug aus der Setlist zum Abschluss, der Anfang mit
Starlight, Bad Dream und Perfect Circle ist leider nicht lesbar.